Fachbegriffe rund um die Börse: Wandelanleihen

02.09.2004


Von Fisch Asset Management

Erschienen im «Effecten Spiegel»

6. September 2004



'Heikle Phase im Börsenzyklus - Mit Wandelanleihen Portfolios optimieren', so titelt die auf Wandelanleihen spezialisierte Fisch Asset Management, Zürich, in einem aktuellen Hintergrundbericht. Aufgrund des allgemeinen Interesses werden hier Auszüge zitiert.


Der globale Börsenzyklus befindet sich in der Phase steigender Zinsen und steigender Börsen. Rückblickend brachte diese Konstellation jeweils grosse Gewinne an den Aktienmärkten und Verluste an den Rentenmärkten.


Dieser Abschnitt des Börsenzyklus ist leider auch der gefährlichste: die Inflation beginnt zu steigen und die Volatilität der Märkte nimmt häufig zu.


In der Regel folgt dieser Zyklusphase gar eine Rezession. 'Die Krux der heutigen Situation ist, dass der Aufschwung an den Märkten sehr weit nach oben gehen und sehr lange andauern kann. Daher stellt sich die Frage: Wie kann ich am Aufschwung mit möglichst wenig Risiko teilnehmen?', so Kurt Fisch.


Optimales Timing in schwieriger Börsenphase.


Die Wandelanleihe erfüllt in dieser Phase erfolgreich ihre Aufgabe. Als prozyklisches Anlagevehikel bringt sie zunehmende Beteiligung bei steigenden Aktienkursen und abnehmende Partizipation bei fallenden Börsen.


Die Wandelanleihe ermöglicht damit ein optimales Timing in einer schwierigen Börsenphase. Diese Asymmetrie kann wohl dynamisch mit Aktien und Anleihen erzeugt werden, indem permanent Umschichtungen zwischen Aktien und Renten vorgenommen werden.


Zwei Faktoren dokumentieren allerdings eindrücklich den Vorteil der Wandelanleihe: keine Tradingkosten und kein Gap-Risiko, falls die Märkte aus dem Ruder laufen.


Wandelanleihen übernehmen Diversifikationsbeitrag.


Die Asymmetrie verleiht der Wandelanleihe auch im negativen Börsenszenario einen effizienten Kursschutz.


Beschränkt man sich auf qualitativ hoch stehende Schuldner, greift der Rentenschutz. Ein weiterer sehr wirkungsvoller Faktor spricht in schlechten Zeiten für die Wandelanleihe. Stark fallende Börsen bringen regelmässig auch erhöhte Volatilität mit sich. Dies führt bei den Wandelanleihen zu einer markanten Höherbewertung des Wandelrechts (s. Kasten).


Hiermit übernimmt die Wandelanleihe einen Diversifikationsbeitrag, der in einem gemischten Portfolio fehlt.


'Es kann daher mit Fug und Recht festgehalten werden, dass Wandelanleihen eine eigene Anlagekategorie darstellen und gemischte Aktien/Rentenportfolios optimieren helfen'.



Wandelrecht


Das Recht eines Besitzers, Wandelanleihen gegen Aktien zu tauschen, wird als Wandelrecht bezeichnet. Es ist vertraglich festgelegt und meist für die gesamte Laufzeit verbindlich.


Dabei verfügt jede ausgegebene Anleihe über unterschiedliche Konditionen. Ein Zwang zum Aktientausch besteht nicht: Käufer entscheiden individuell, ob sich eine Wandlung lohnt.


Grundsätzlich ist ein Tauschnur interessant, wenn der Kurs der zugrundeliegenden Aktie den Nominalwert der Anleihe übersteigt.


In diesem Fall wird die Anleihe gewandelt und die getauschten Aktien im Anschlussverkauft, um Kursgewinne zu realisieren.


Vorteil für die Unternehmen ist: über die Emission von Wandelanleihen nehmen sie zunächst Fremdkapital auf. Der Tausch in Aktien über einen längeren Zeitraum hinweg - entspricht einer Aktienkapitalerhöhung.



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