Fachbegriffe rund um die Börse: Wandelanleihen
14.11.2002
Von Fisch Asset Management
Erschienen im «Effecten Spiegel»
14. November 2002, Seite 28
'Wandelanleihen bieten Gewinnchancen mit Sicherheitsnetz', so erläutert die Fisch Asset Management AG, Zürich, in einem aktuellen Hintergrundbericht. Aufgrund des allgemeinen Interesses werden hier Auszüge zitiert.
'Wandelanleihen sind ein ideales Instrument, um sich - mit Sicherheitsnetz - an positiven Kursentwicklungen an der Börse zu beteiligen. Denn Wandelanleihen bieten die Sicherheit von Obligationen und gleichzeitig die Chance, von steigenden Aktienkursen zu profitieren. Besonders in Zeiten stark schwankender Börsen treten Wandelanleihen in den Fokus zahlreicher Anleger'.
Mischung aus Anleihe und Aktie
Auf den ersten Blick stellt sich das Papier als 'normale' Anleihe mit fester Laufzeit, Rückzahlung und Verzinsung dar. Niedrige Zinsen - zwischen null und drei Prozent - und eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren erscheinen dabei nicht gerade verlockend.
Der Reiz der Wandelanleihe liegt jedoch im Wandelrecht. Während ihrer Laufzeit lässt sie sich - zu einem vorher festgelegten Preis - in Aktien des selben Unternehmens 'wandeln'.
Der Wandelpreis ist das Verhältnis vom Nominalbetrag der Anleihe zur Anzahl der wandelbaren Aktien.
Gewinnchancen mit Risikoschutz
Wandelanleihen können während der Laufzeit ihren Charakter ändern:
Bei sinkenden Kursen sind sie typische Anleihen - wenn auch mit niedrigeren Zinsen als Rentenpapiere. Gleichzeitig entsteht dafür die Kurs-Chance der zugrundeliegenden Aktie.
Steigt der Basiswert - der Aktienkurs - über den Wandelpreis, tauscht man in Aktien und verkauft diese.
Fallen die Kurse, hält man die Anleihen und bekommt am Ende der Laufzeit den Nennbetrag zurück. Somit partizipieren Investoren am Kurswachstum sofort, während sie gegen die Risiken der Kursverluste durch den Kapitalschutz abgesichert sind.
Wer die Tauschoption nicht einlösen möchte, kann Wandelanleihen auch verkaufen. Ihr Preis richtet sich dabei nach dem aktuellen Basiswert. Steigt die zugrunde liegende Aktie, wächst auch der Wert der Wandelanleihe.
Fallen die Kurse, verliert auch die Anleihe an Wert - jedoch nicht so stark wie der Basiswert.
Meist machen Wandelanleihen zwei Drittel des Kursanstiegs der Aktien mit, hingegen nur etwa ein Drittel der Abwärtsbewegung. Die Volatilität des Papiers ist damit geringer als bei anderen Anlagen.
Wandelanleihen bieten gegenüber anderen Mischungen aus Anleihen und Aktien das beste Risiko/Ertragsverhältnis.
Dies bestätigt auch eine Untersuchung des Schweizer Instituts für Banken und Finanzen der Universität St.Gallen. Im Zeitraum von 1994 bis 2000 lagen Rendite und Risiko von Wandelanleihen über dem von Obligationen, aber unter dem von Aktien.
Deshalb gilt: Kauft man zu einem bestehenden Depot aus Aktien und Obligationen Wandelanleihen hinzu, ergibt sich bei gleichem Risiko eine höhere Rendite, oder das Risiko sinkt bei gleicher Rendite.