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Convertible Bonds - Wunderbar Wandelbar

08.02.2007

Von Stephanie Bayer

Veröffentlicht im «Wertpapier»

08/02/2006, Ausgabe: 3/2007, Seite: 42-43, Rubrik: Zinsen

 

Die Sicherheit von Anleihen, gepaart mit der Chance von Aktien – das bieten Wandelanleihen. Vor allem für risikoscheue Anleger bilden sie daher zurzeit eine lohnende Alternative.


Als Favorit aller Anlageklassen gilt unter Experten auch 2007 die Aktie. Doch die Rekordlaune des DAX beobachten einige Investoren inzwischen mit einem mulmigen Bauchgefühl. Auf der anderen Seite sind Anleihen momentan eine wenig attraktive Alternative – zehnjährige Bundesanleihen rentieren zurzeit mit lediglich 4,2 Prozent.

 

Was also tun? Eine intelligente Möglichkeit, die Vorteile von Aktien und Anleihen zu kombinieren, sind Wandelanleihen. Dabei handelt es sich um festverzinsliche Anleihen, die von einer Aktiengesellschaft emittiert werden. Sie bieten, neben einer festen, eher niedrigen Verzinsung, eine Tauschoption für die Anleger. Diese können während der Laufzeit die Wandelanleihe zu einem vorher festgelegten Preis in eine bestimmte Anzahl von Aktien der emittierenden Gesellschaft umtauschen. Der Investor erhält dann keine feste Verzinsung mehr, sondern eine Dividende für die Aktien. „Das Wandlungsrecht stellt im Prinzip eine Call-Option dar“, so Patrik Hofer, Wandelanleihenexperte bei Jeffries.

 

Das Entscheidende dabei ist also, dass ein Anleger das festverzinsliche Wertpapier in Aktien tauschen kann, aber nicht muss. Entscheidet er sich dagegen, bleibt das Papier eine Anleihe und der Investor erhält am Ende der Laufzeit den Nennbetrag zurück. Nach unten ist die Anleihe also abgesichert. Ausnahme: Der Emittent wird zahlungsunfähig. „Im Grunde kann man Wandelanleihen als ein Aktieninvestment mit Verlustabsicherung bezeichnen“, sagt Beat Thoma, Fondsmanager der auf Wandelanleihen spezialisierten Schweizer Fisch Asset Management. „Auf der anderen Seite hat der Anleger die Möglichkeit auf eine aktienähnliche Kursperformance.“ Die so genannte Prämie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs der Aktie steigen muss, damit der Bezug über die Anleihe genauso teuer ist wie der direkte Kauf über die Börse. Sie ergibt sich aus der Relation zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Wandlungskurs. Beispiel: Der Tauschkurs von Biofrontera liegt bei 16,13 Euro, der aktuelle Aktienkurs bei 14,16 Euro. Rechnung: (16,13 - 14,16) / 14,16 x 100. Die Prämie liegt bei 13,9 Prozent. Je höher die Prämie ausfällt, desto größer ist der Anleihencharakter. Eine Wandlung wird unwahrscheinlich.

 

Investoren müssen bei dieser Anlageart einiges im Blick behalten. „Wandelanleihen sind eine komplexe Anlageklasse“, sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri. „Investoren haben mit verschiedensten Klauseln zu kämpfen, zum Beispiel zu Kündigungsrechten oder Kuponanpassungen bei Dividendenerhöhung.“ Außerdem gibt es auch so genannte Zwangswandler, bei denen die Wandlung in Aktien Pflichtbestandteil ist. Michel rät daher: „Auf Wandler spezialisierte Fonds sind für Privatanleger in der Regel eine bessere Lösung als Einzelinvestments.“ Die Fonds unterscheiden sich nach Inhalt. Je höher die Aktienausprägung ist, desto risikoreicher ist das Produkt.

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