HOME > MEDIEN > Medienspiegel > Details

Kurt Fisch

17.07.2004

Von Antonia Zambon

Veröffentlicht in der «Finanz & Wirtschaft»

17/07/2004, Ausgabe: Nr. 56, Seite: 14, Rubrik: In Kürze/Porträt


Der Schritt in die Selbständigkeit hat sich gelohnt. Diesen Monat feiert Fisch Asset Management ihr zehnjähriges Bestehen. Kurt Fisch ist zusammen mit seinem Bruder Pius der Namensgeber des auf Wandelanleihen spezialisierten Vermögensverwalters. Beide haben in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat Einsitz und sind gleichzeitig im operativen Geschäft tätig. Während Pius Fisch als habilitierter Jurist die rechtlichen und die organisatorischen Aspekte abdeckt, ist sein älterer Bruder voll im Portfoliomanagement engagiert.

 

Kurt Fisch blickt auf ein bewegtes Jahrzehnt zurück. Der Anfang – nach eigenen Aussagen ohne Kunden – sei schwierig gewesen. «1994 war das Umfeld furchtbar. Die Zinsen stiegen, die Aktienkurse sanken. 1995 war es aber schon besser.» Das verwaltete Vermögen wuchs innert zehn Jahren von 15 Mio. auf 1,2 Mrd. Fr. 1999 diversifizierte Fisch Asset Management ihre Kundenstruktur. Um die Pensionskassen für sich zu gewinnen, wurde ein für diese Institute massgeschneidertes Produkt lanciert. Heute bringen sie ein Drittel aller Kundengelder. Trotz des durchschnittlichen Jahreswachstums von 36% seit 1994 bleibt der familiäre Charakter des Unternehmens erhalten. Alle dreizehn Mitarbeiter sind Gesellschafter, das Wohlergehen des Unternehmens liegt ihnen am Herzen. Nach dem Motto seines Unternehmens gefragt, antwortet Fisch: «Alles für unsere Produkte, damit sie die bestmöglichen Resultate erzielen, und alles für unsere Mitarbeiter, damit sie jeden Tag mit Freude und Motivation zur Arbeit kommen.» Dass das keine leeren Worte sind, belegt die Praxis: Das Haus verzeichnete bislang keinen einzigen Abgang. Der Patron setzt sich das ambitiöse Ziel, «weiterhin auf alle Rücksicht zu nehmen». Doch ausser einer beispielhaften inneren Struktur strebt der Firmengründer auch operativ ehrgeizige Ziele an: «In zehn Jahren wollen wir eine führende Rolle im Wandlermarkt Europas spielen.»

 

Sein theoretisches Wissen gewann Fisch durch ein Volkswirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen (HSG). Er erinnert sich gerne an die Zeit, als die Geldtheorie am Beispiel der aktuellen Lage diskutiert wurde: Die Finanzwelt befand sich im Umbruch, weil die Goldparität und die fixen Wechselkurse aufgehoben wurden. Mit Aktien kam der Finanzexperte erst in Berührung, als er nach dem Studium als Journalist für die «Finanz und Wirtschaft» tätig war. Das praktische Rüstzeug für den Finanzmarkt holte sich Fisch im Berufsalltag. In den folgenden fünf Jahren als Portfoliomanager der Credit Suisse in Zürich betrat er erneut Neuland. «Die moderne Portfoliotheorie mit Risikobewertung, Standardabweichung und Portfoliooptimierung war damals nahezu unbekannt.» In seinem letzten Angestelltenverhältnis vor der Firmengründung war er für die Anlagestrategie und das Portfoliomanagement der Bank Lips verantwortlich. Der Zweiundfünfzigjährige ist seinem Namen treu und liebt selbst gefangenen Fisch, gebraten oder gedünstet, am liebsten mit einem Glas Wein. Er ist passionierter Golfer und geniesst es, mit seiner langjährigen Lebenspartnerin schöne Ferien zu verbringen, wie erst vor kurzem in Frankreich.

Zurück