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Wandelanleihen für Pensionskassen interessant

11.06.2003

Von Florian Adank

Veröffentlicht im «moneycab»

11/06/2003, Rubrik: Wirtschaft


Wandelanleihen sind im Trend. Allein im Mai wurden in den USA 42 Wandelanleihen im Wert von mehr als 12 Milliarden Dollar platziert - ein neuer Rekord. Jetzt interessieren sich vermehrt auch Schweizer Pensionskassen für 'Wandler'.


Für viele Anleger sind Wandelanleihen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei wären sie eine lohnenswerte Investition: Im Vergleich mit Aktien und Obligationen schneiden sie in schwierigen Börsenzeiten besser ab. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine unabhängige Studie, die der Zürcher Vermögensverwalter Fisch Asset Management am Dienstag vorstellte. Darin wurde zwischen Mai 2000 bis Dezember 2002 die Umsetzung einer Anlagestrategie mit Wandelanleihen sowie mit Aktien und Obligationen verglichen.

Pensionskassen sind interessiert

Das Ergebnis: Mit Wandelanleihen liess sich trotz markant tieferen Risiko einer höhere Rendite erzielen und zwar um 3,6 Prozent. Solche Studien sind nicht neu und dass sie von Unternehmen in Auftrag gegeben werden, die auf Wandelanleihen spezialisiert sind, ist auch nicht neu. Doch die Studien weisen auf einen Trend hin, der bei institutionellen Anlegern in letzter Zeit vermehrt Anklang findet. In der Schweiz trifft dies besonders auf die Pensionskassen zu, erklärte Claude Jeanneret von Fisch Asset Management an einer Medienorientierung in Zürich: 'In den letzten zwei bis drei Monaten verspüren wir bei Pensionskassen eine wachsende Interesse.' Das Misstrauen, das unmittelbar nach dem Platzen der Börsen-Blase herrschte, habe sich nach drei Jahren Börsenkrise verflüchtigt.

Beliebte Wandelanleihen

Dies ist nicht ein Trend, der auf die Schweiz beschränkt ist. Der Markt wird gegenwärtig von neuen Wandelanleihen fast überschwemmt. Zwischen April und Mitte Mai wurden mehr Wandelanleihen platziert als im ganzen ersten Quartal 2003, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg Anfang Monat. Treibende Faktoren sind das niedrige Zinsniveau und die starken Schwankungen an den Aktienmärkten.

Siemens mit grösster Emission

Die grösste Emission stammt vom deutschen Technologiekonzern Siemens. Er platzierte eine siebenjährige Wandelanleihe mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro und einem Zinscoupon von lediglich 1,375 Prozent. Der niedrige Coupon zeigt, warum immer mehr Unternehmen sich über Wandelanleihen Geld aufnehmen. Bei einer herkömmlichen Anleihe wäre dies rund vier Prozent gewesen. Hinzu kommt, dass viele Konzerne dringend Geld benötigen um ihre Kapitalbasis aufzubessern.

Versteckte Kapitalerhöhung

Aus diesem Grund sehen sich Unternehmen, die Wandelanleihen herausgeben, dem Vorwurf der versteckten Kapitalerhöhung ausgesetzt. Besonders dann, wenn es sich um eine so genannte Pflichtwandelanleihe handelt, wie diejenige der Deutschen Telekom von diesem Februar. Sie muss nach Ablauf der Laufzeit in Aktien umgewandelt werden. Damit sinkt die Verschuldung der Gesellschaft und sie spart zusätzlich noch 150 Millionen Euro jährlich an Fremdkapitalkosten.

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