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CONVERTIBLE BONDS - Wertvoller Wandel

13.04.2006

Von Franz von den Driesch.

Veröffentlicht im «Wertpapier»

13/04/2006, Ausgabe: Nr. 8, Seite: 44 - 45


Mit Wandelanleihen haben Anleger die Chance, eine deutlich höhere Rendite einzufahren als mit klassischen Anleihen – bei gleichzeitiger Absicherung nach unten.


Schnuppert die Aktie der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa weiterhin Höhenluft oder gerät der Aktienkurs infolge geopolitischer Ereignisse doch in Turbulenzen? Das Gros der Aktienanalysten blickt zuversichtlich in die Zukunft und prognostiziert weiterhin steigende Kurse – allein seit Jahresbeginn schnellte der DAX-Titel knapp 20 Prozent in die Höhe.

 

Anleger, deren Nervenkostüm nicht für solche Spekulationen geeignet ist, können dennoch von einer möglichen Outperformance des Kranich-Papiers profitieren – ohne die Lufthansa-Aktie ins Depot zu legen. „Mit Wandelanleihen haben konservative Anleger die Möglichkeit, von der Kursentwicklung der zu Grunde liegenden Aktie zu profitieren“, erklärt Kurt Fisch, Gründer der auf Wandelanleihen spezialisierten Fisch Asset Management. Und so funktionieren die so genannten Convertible Bonds: Wie bei „normalen“ Anleihen kassiert der Anleger einen Kupon und erhält am Laufzeitende den Nominalbetrag zurück. Allerdings hat der Gläubiger während der Laufzeit die Option, das Papier zu einem vorher festgelegten Umtauschkurs in Aktien zu wandeln. Die Wandlungsprämie (siehe Tabelle) zeigt an, um wie viel Prozent der Aktienkurs an Wert zulegen muss, damit sich der Tausch bezahlt macht. Ein Beispiel: Die Lufthansa-Wandelanleihe kann in 49,6 Aktien getauscht werden. Nimmt ein Anleger heute sein Wandlungsrecht wahr, würde er rund 20 Euro je Lufthansa-Aktie zahlen (notiert aktuell mit 14,9 Euro). Bis sich der Tausch lohnt, müsste der Aktienkurs noch 30 Prozent zulegen.

 

Letzten Endes ist eine Wandelanleihe immer eine Wette auf steigende Aktienkurse. „Gewinnt die Aktie an Fahrt und nähert sich oder übersteigt den Umtauschkurs, desto größer ist der Einfl uss der Aktienkursperformance auf die Entwicklung des Anleihekurses“, erklärt Uwe Barth, Rentenanalyst der LBBW. Fällt der Aktienkurs und entfernt sich immer mehr vom Umtauschkurs, gibt der Rentenmarkt die Richtung vor, die Performance gleicht mehr und mehr der einer normalen Anleihe.

 

Mit Convertibles können Anleger also eine deutlich höhere Rendite einfahren als mit normalen Anleihen und profitieren gleichzeitig von den Vorteilen traditioneller Bonds. Natürlich hat dieser „doppelte Boden“ auch seinen Preis: „Im Vergleich zu herkömmlichen Anleihen sind Convertibles mit einem niedrigeren Kupon ausgestattet“, weiß Experte Fisch.

 

Dass Anleger in der Vergangenheit dennoch gut mit den „Zwitterpapieren“ gefahren sind, steht außer Frage. Während Aktionäre (gemessen am EuroStoxx50) von Anfang 1996 bis Ende 2005 eine jährliche Rendite von 11,2 Prozent einfuhren, erzielten Wandelanleihen im Schnitt eine Rendite von 11,7 Prozent.

 

Hinzu kommt, dass die Volatilität bei Aktien bei knapp 21 Prozent lag und die der Convertibles bei gerade mal 9,2 Prozent. „Wandelanleihen sind nur halb so risikoreich wie Aktien“, so Experte Barth.

 

Einziger Wermutstropfen: Häufig sind Anleger erst ab einer Summe von 50000 Euro mit von der Partie. Hinzu kommt, dass die Liquidität einzelner Papiere zu wünschen übrig lässt. Mit einem Fonds kann jedoch auch der Otto Normalanleger von den Vorteilen dieser Produkte profitieren.

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