Wandelanleihen - Suzuki Motor

10.05.2008

By Stefan Meyer
Published in «Finanz & Wirtschaft»
07/05/2008, Issue: 36, Page: 11, Section: BÖRSEN EU/ÜBERS


Die Investorenstimmung in Bezug auf das Land der aufgehenden Sonne war zu Jahresbeginn pessimistisch. Am 17.März, dem Ausverkauf der Aktienmärkte, nahm sie gar panikartige Züge an. Denn an diesem Tag hatte der japanische Aktienindex Topix seit Anfang Jahr 19% Kurseinbusse zu gewärtigen. Die Allergie auf Nippons Aktien zeigte sich am Verhalten der ausländischen Investoren: Sie veräusserten in der Woche vom 14.März Beteiligungspapiere in rekordhohem Umfang von 923 Mrd.Yen. Geschlagen wurde dieser Wert nur in der Woche des schwarzen Montags im Oktober 1987, dem ersten Börsencrash seit dem zweiten Weltkrieg.

Seit dem 14.März fand eine kräftige Erholung von 12% statt. Die Differenzen unter den einzelnen Topix-Sektoren sind gross: Der Versicherungssektor gewann seit Januar des laufenden Jahres 17,3%. Das Schlusslicht ist, mit einem Verlust von 18,6%, der Ölsektor. Eine Sektorrotation aus den defensiven Sektoren in die finanznahen, exportlastigen und prozyklischen Sektoren findet statt.

Die exportlastigen Werte, beispielsweise die japanischen Autobauer, fluktuieren stark mit der Währungsentwicklung. Im Gegensatz zu den Aktien des zweitgrössten japanischen Fahrzeugherstellers Honda Motor, die seit dem 17.März parallel zur Yen-Abschwächung bereits um über 27% in die Höhe schossen, sind die Titel von Suzuki Motor erst 15% avanciert. Die entsprechende Wandelanleihe (Isin: JP339720P660) weist mit einer Prämie von 24% und einem Delta von 0,6 interessante Konditionen auf. Die Mindeststückelung beträgt 5 Mio.Yen.

Vordergründig etwas weniger einleuchtend ist die positive Rendite der prozyklischen Titel – zumal die jüngsten makroökonomischen Daten nicht überzeugen und die anhaltenden politischen Querelen zusätzlich auf die Kurse drücken. Wird die amerikanische Wirtschaft, wie mehrheitlich erwartet, eine milde Rezession durchlaufen und im Winterhalbjahr 2008 bzw. 2009 wieder an Fahrt gewinnen, bleibt der asiatische Wachstumsmotor am Brummen. Die japanischen Kapitalgüterproduzenten werden davon kräftig profitieren. Das in der Vergangenheit mehrfach an den Tag gelegte prozyklische Muster des japanischen Aktienmarkts kann sich dann erneut entfalten.

Nicht nur die teilprivatisierte Postgruppe als gewichtige Käuferin, sondern auch ein steigender japanischer Aktienmarkt wird institutionelle Investoren wohl zwingen, ihre Aversion beziehungsweise Untergewichtung zu überdenken. Das wird den Markt weiter antreiben.

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