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CIO Bericht – Juni 2026

Märkte

Der Monat Juni stand ganz im Zeichen der Geldpolitik und des Konflikts im Nahen Osten. Das Interimsabkommen zwischen den USA und Iran führte zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise und liess die zuvor dominierenden Stagflationssorgen nachlassen. Zugleich blieben die Konjunkturdaten robust, was die Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zu einer überraschend falkenhaften Kommunikation veranlasste. Auch andere grosse Zentralbanken schlugen einen restriktiveren Kurs ein. Über die wichtigsten Anlageklassen hinweg ergab sich ein gemischtes Bild. Aktien entwickelten sich regional unterschiedlich: Europäische Märkte und Japan legten zu, während US-Aktien insbesondere aufgrund schwächerer Technologieaktien unter Druck standen. An den Anleihemärkten profitierten Staatsanleihen von rückläufigen Inflationssorgen, während Unternehmensanleihen leicht positive Erträge erzielen konnten. An den Devisenmärkten wertete der US-Dollar auf, gestützt durch höhere US-Zinserwartungen und eine falkenhaftere Fed-Kommunikation. Bei den Rohstoffen standen die stark fallenden Ölpreise im Vordergrund, aber auch Edelmetalle gaben deutlich nach, belastet durch den stärkeren US-Dollar und gestiegene Zinserwartungen.

 

Ausblick

Die globale Konjunktur bleibt widerstandsfähig und profitiert weiterhin von der Verlagerung der Finanzmarktliquidität in die Realwirtschaft. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch den KI-Investitionsboom, hohe Haushaltsdefizite, steigende Verteidigungsausgaben und die Diversifizierung globaler Lieferketten. Die jüngsten Konjunkturdaten fielen entsprechend besser aus als erwartet, und auch den Energiepreisschock hat die Weltwirtschaft bislang gut absorbiert. Entlastend wirkt zudem die vorläufige Einigung zwischen den USA und Iran, in deren Folge der Ölpreis wieder auf das Vorkriegsniveau zurückgefallen ist. Die Kehrseite dieses Umfelds bleibt jedoch eine hartnäckige Inflation und eine zunehmend falkenhafte Geldpolitik. Die Federal Reserve unter dem neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh zeigte sich überraschend restriktiv; rund die Hälfte der Fed-Spitze rechnet bis Ende Jahr mit ein bis zwei weiteren Zinserhöhungen. Gleichzeitig hat der globale Liquiditätszyklus gedreht und befindet sich in einer kritischen Zone. Für die Aktienmärkte bedeutet dies zunehmenden Sauerstoffmangel, auch wenn die Aufwärtstrends bislang intakt bleiben. Bereits heute bietet sich eine Umschichtung von direkten Aktienanlagen in Wandelanleihen an, da diese ein attraktives asymmetrisches Chancen-/Risikoprofil bieten. Bei Staatsanleihen bleibt Vorsicht angebracht, während Unternehmensanleihen dank solider Fundamentaldaten und hoher laufender Erträge insgesamt attraktiver erscheinen. Gold beurteilen wir taktisch neutral, langfristig aber weiterhin konstruktiv.

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