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CIO Bericht – Juli 2026

Märkte

Der Monat Juli stand im Zeichen höherer Energiepreise, einer hartnäckigen Inflation und einer Korrektur im KI-Segment. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalierten erneut und trieben den Preis für Rohöl der Sorte Brent vorübergehend auf über 100 US-Dollar je Barrel, während die am PCE-Preisindex gemessene Kerninflation mit rund 3.3% gegenüber dem Vorjahr erhöht blieb. Vor diesem Hintergrund beliess die US-Notenbank ihren Leitzinskorridor unverändert bei 3.50–3.75%. Die wenig konkrete Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh zur geldpolitischen Reaktionsfunktion führte zu einer deutlichen Versteilerung der US-Zinskurve: Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte mit 5.27% den höchsten Stand seit 2007, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 3.20% stieg. Über die wichtigsten Anlageklassen hinweg ergab sich ein gemischtes Bild. An den Aktienmärkten gerieten vor allem KI- und Halbleiterwerte unter Druck: Der Nasdaq sowie mehrere asiatische Märkte verloren, während europäische Aktien besser abschnitten. Zugleich zeigte der gleichgewichtete S&P-500-Index, dass sich die Marktbreite verbesserte und Kapital in weniger technologieabhängige Sektoren umgeschichtet wurde. Unternehmens- und Staatsanleihen verzeichneten aufgrund des globalen Renditeanstiegs insgesamt negative Gesamterträge, wobei sich High-Yield-Anleihen dank ihrer kürzeren Duration vergleichsweise besser hielten. An den Devisenmärkten verlor der US-Dollar insbesondere nach dem Fed-Zinsentscheid an Boden, während der Yen nach einer mutmasslich koordinierten Intervention kräftig zulegte. Bei den Rohstoffen prägten neben Öl auch steigende Agrarpreise das Bild, während Gold leicht zulegen konnte und Silber erneut nachgab.

 

Ausblick

Die globale Konjunktur bleibt widerstandsfähig und profitiert weiterhin von der Verlagerung der Finanzmarktliquidität in die Realwirtschaft, getragen von hohen Haushaltsdefiziten und dem KI-Investitionsboom. Die Weltwirtschaft hat den jüngsten Ölpreisschock bislang gut verkraftet, doch die erneuten Spannungen im Nahen Osten zeigen, dass dieser Belastungsfaktor noch nicht ausgestanden ist. Gleichzeitig bleibt die Teuerung hartnäckig, während die grossen Notenbanken einen zunehmend restriktiven Kurs verfolgen. Die Fed kann angesichts einer soliden Konjunktur ohne klare Überhitzung vorerst abwarten; die wenig konkrete Kommunikation von Kevin Warsh und die anschliessende Marktreaktion könnten den Druck auf die US-Notenbank jedoch erhöhen, den Leitzins noch in diesem Jahr anzuheben. Höhere Realrenditen, eine steigende Laufzeitprämie und der sich eintrübende US-Fiskalausblick sprechen weiterhin für Vorsicht bei Staatsanleihen. An den Aktienmärkten bleiben die übergeordneten Aufwärtstrends zwar intakt, eine schrittweise Reduktion des Risikoexposures halten wir jedoch in diesem Umfeld für angebracht. Wandelanleihen bieten eine attraktive Möglichkeit, weiterhin an steigenden Aktienmärkten zu partizipieren und zugleich Verlustrisiken abzufedern. Unternehmensanleihen bleiben gegenüber Staatsanleihen attraktiv; zusätzliche Chancen eröffnen hoch geratete KI-Bonds, wobei angesichts der stark steigenden Investitionsausgaben eine selektive Titelauswahl entscheidend bleibt. Gold beurteilen wir kurzfristig neutral, mittelfristig aber konstruktiv, gestützt durch die Nachfrage der Zentralbanken und eine mögliche Erholung der chinesischen Liquidität.

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