Monatsbericht


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CIO Bericht - Januar 2026

Märkte

Die Finanzmärkte sind mit positiver Dynamik in das neue Jahr gestartet und zeigten sich trotz deutlich gestiegener geopolitischer Risiken – insbesondere im Zusammenhang mit Venezuela, Iran sowie der zeitweisen Zuspitzung rund um Grönland – insgesamt robust. Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich deutlich positiv, getragen von soliden Konjunktursignalen und weiterhin unterstützenden geldpolitischen Rahmenbedingungen. Auf Ebene der Anlageklassen fiel insbesondere die Schwäche des US-Dollars auf, der gegenüber sämtlichen G10-Währungen nachgab. Die Bewegung war zeitweise so ausgeprägt, dass US-Finanzminister Scott Bessent verbal intervenierte und damit zu einer Stabilisierung beitrug. An den Anleihemärkten gerieten japanische Staatsanleihen unter Druck. Die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen sowie Wahlversprechen zusätzlicher Konsumsteuersenkungen führten zu einem markanten Renditeanstieg, insbesondere am langen Ende der Zinskurve. An den Rohstoffmärkten zählten Edelmetalle zu den klaren Gewinnern; Gold verzeichnete die stärkste Monatsperformance seit 1999. Gestützt wurde die Rallye durch den schwächeren US-Dollar sowie Zweifel an der institutionellen Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die Nominierung von Kevin Warsh als nächster Fed-Vorsitzender fiel hawkisher als erwartet aus und führte gegen Monatsende zu einer teilweisen Korrektur bei Edelmetallen, wurde vom Markt insgesamt jedoch als Signal institutioneller Kontinuität und geldpolitischer Berechenbarkeit interpretiert. Auch der Ölpreis legte deutlich zu, begünstigt durch geopolitische Spannungen und die daraus resultierende Sorge vor möglichen Angebotsunterbrechungen.

 

Ausblick

Die aktuell bedeutsamste Entwicklung für das globale Finanzsystem ist eine zunehmende Verschiebung der Finanzmarktliquidität in Richtung Realwirtschaft. Insbesondere in den USA verlagern sich die monetären Impulse weg von der Fed hin zum US-Schatzamt. Durch die zunehmende Finanzierung der stark steigenden Staatsausgaben über kurzlaufende T-Bills statt T-Bonds werden Staatsschulden monetarisiert. T-Bills sind geldähnlich und erleichtern die Schuldenfinanzierung, ohne das Zinsniveau nach oben zu drücken. Damit übernimmt das US-Schatzamt geldpolitische Aufgaben der Fed und unterstützt gleichzeitig die Konjunktur. Aber auch die chinesische Zentralbank erhöht die Liquidität seit längerem massiv, um die Binnenwirtschaft und die Immobilienmärkte zu stärken. Auch diese Gelder fliessen in die Realwirtschaft (indirekt auch global) und weniger an die Aktienmärkte. Die bis vor kurzem stark steigenden Kupfer- und Silberpreise bestätigen dies. Das Momentum der Finanzmarktliquidität nimmt somit global ab. Allerdings gibt es hier starke regionale Unterschiede. Die USA haben ihren Hochpunkt des Finanzmarkt-Liquiditätszyklus bereits überschritten. Der erwähnte globale Abfluss von Finanzmarktliquidität in die Realwirtschaft könnte in absehbarer Zeit zu Sauerstoffmangel an den Aktienmärkten führen. Gleichzeitig profitieren davon aber die globale Konjunktur und damit auch die Rohstoffpreise. Das heisst, eine gute Konjunktur an sich ist kein Grund für steigende Aktienpreise, sondern genau das Gegenteil. Eine sich dadurch beschleunigende Wirtschaftsentwicklung würde zusätzlich Liquidität benötigen und den Sauerstoffmangel an den Aktienmärkten verstärken. Solides globales Wachstum und steigende Rohstoffpreise sorgen zudem mittelfristig für Inflationsdruck und damit auch für Aufwärtsdruck bei den Renditen langfristiger Staatsanleihen. Die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed Chairman wird die erwähnte Verlagerung von Fed-Liquidität zur konjunkturfördernden Treasury-Liquidität zusätzlich begünstigen. Eine Fed-Bilanzreduktion wird wahrscheinlicher. Deshalb könnte es trotz guter Konjunktur zu deflationären Impulsen kommen, was mittelfristig auch die langfristigen Zinsen wieder dämpft.

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