Aktuelle Publikumsfonds-Monatsberichte
Monatsbericht Mai 2026CIO Bericht – Mai 2026
Märkte
Die Aktienmärkte in den USA, Europa und Japan setzten im Mai ihre Aufwärtstrends fort und erreichten teilweise neue Allzeithöchststände. Damit stiegen insbesondere in den USA die Bewertungen und Erwartungen auf ein sehr hohes Niveau an. Interessanterweise erfolgte dieser Anstieg trotz Gegenwind aufgrund steigender Renditen an den globalen Staatsanleihemärkten, steigender Inflation und einem insgesamt nachlassenden Momentum bei der Finanzmarktliquidität. In China und verschiedenen anderen Emerging Markets kam es dagegen zu stärkeren Korrekturen. Damit verliert der globale Aktienmarktaufschwung an Breite. Kursstützend sowohl auf die Aktien- als auch Kreditmärkte wirkte sich aber die leichte Entspannung im Iran-Konflikt aus. Insbesondere die dadurch wieder deutlich fallenden Energiepreise führten zu einer Beruhigung der Märkte. Eine positive Wirkung auf die Investorenstimmung hatte zudem die äusserst solide Wirtschaftsentwicklung in den USA sowie eine Stabilisierung in Europa und China. Insbesondere entwickelten sich deshalb auch die Märkte für Unternehmensanleihen gut. Damit verbundene Ängste einer wieder höheren Inflation und drohenden Leitzinserhöhungen durch die Notenbanken wurden an den Aktienmärkten vollständig ausgeblendet. Nur die Staatsanleihemärkte in den USA und Japan regierten negativ. Das starke globale konjunkturelle Momentum wurde durch deutlich steigende Kupferpreise eindrücklich bestätigt. Auffallend war dagegen ein deutlicher Rückgang der Bitcoinkurse, der offenbar auf das erwähnte abnehmende Liquiditätsmomentum hinweist. Der US-Dollar entwickelte sich seitwärts. Nur der chinesische Yuan konnte aufgrund einer restriktiveren PBoC deutlich gegen den US-Dollar zulegen.
Ausblick
Die schon seit einiger Zeit laufende Abnahme der globalen Finanzmarktliquidität hat sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Haupttreiber ist eine überraschende Verminderung der Liquiditätsspritzen durch die chinesische Zentralbank. Die PBoC hat bis vor kurzem das Finanzsystem mit Liquidität geflutet, jetzt aber auf einen restriktiveren Kurs umgeschwenkt. Vermutliche Gründe für diesen Kurswechsel ist eine wieder höhere Inflation in China und der Wunsch eines starken Yuan gegenüber dem US-Dollar. Ein weiterer Grund für die Abnahme der Finanzmarktliquidität ist eine anhaltend robuste globale Konjunktur, die von hohen Investitionen der US-Technologieunternehmen in die Realwirtschaft und massiven Staatsausgaben global stark unterstützt wird. In den USA werden die Staatsausgaben zudem über die Emission von kurzlaufenden Treasury-Bills anstelle von langlaufenden Staatsanleihen finanziert, was zu einer Monetisierung der Staatsschulden und damit einer Erhöhung der US-Bankreserven führt. Und dies wiederum ermöglicht den Banken eine höhere Kreditvergabe, was zusätzlich konjunkturelle Impulse liefert. Insgesamt ergibt sich aus diesen Faktoren aber ein starker Inflations- und Zinsdruck. Die Renditen verschiedener Laufzeiten – darunter 20- und 30-jährige US-Treasuries, 30- und 40-jährige JGBs, 10-jährige deutsche Bundesanleihen sowie 10-jährige UK-Gilts – haben teilweise die höchsten Niveaus seit Jahrzehnten erreicht. Zudem ist die Rendite des 30-jährigen US-Treasury-Bonds aus einer wichtigen technischen Formation, einem ansteigenden Dreieck, nach oben ausgebrochen und signalisiert damit weiteren Aufwärtsdruck. Die Aufwärtstrends der Aktienmärkte sind derzeit allerdings noch intakt. Für grössere Risikoreduktionen kann deshalb noch zugewartet werden. Trotzdem bietet bereits jetzt die Umschichtung von direkten Aktieninvestments in Wandelanleihen attraktive Chancen, da Wandelanleihen ein asymmetrisches Chancen-/Risikoprofil aufweisen.