Aktuelle Publikumsfonds-Monatsberichte
Monatsbericht Feb. 2026CIO Bericht - Februar 2026
Märkte
Die Finanzmärkte präsentierten sich im Februar insgesamt widerstandsfähig: Positive Konjunktursignale lieferten Rückenwind, während geopolitische Schlagzeilen – insbesondere die Eskalation im Nahen Osten gegen Monatsende – zwar zu erhöhter Aufmerksamkeit führten, aber keine breite Risk-off-Dynamik auslösten. In den USA prägten neben soliden Daten auch geldpolitische Erwartungen das Bild; nach höher als erwarteten Inflationsdaten wurde eine frühe Zinssenkung etwas weniger stark eingepreist. Zudem sorgte die Entscheidung des Supreme Court zu den unter IEEPA verhängten Zöllen für wiederkehrende handelspolitische Unsicherheit, weil Teile der bisherigen Zölle wegfielen und die US-Regierung dies mit einem neuen globalen Zollsatz von zunächst 10% gemäss Section 122 des Trade Act von 1974 (befristet) kompensierte. Zugleich bleibt offen, ob und in welchem Umfang bereits vereinnahmte Beträge rückerstattet werden müssen. Über die wichtigsten Anlageklassen hinweg entwickelten sich Aktien global überwiegend freundlich, allerdings mit klaren regionalen Unterschieden: Während Europa und die Emerging Markets zulegen konnten, hinkte der US-Aktienmarkt aufgrund einer Schwäche in Teilen des Technologiesektors hinterher. An den Anleihemärkten tendierten Staatsanleihen fester, was die Performance von Unternehmensanleihen stützte. Rohstoffseitig fielen vor allem Edelmetalle positiv auf, gestützt durch das Liquiditätsumfeld und die erhöhte Unsicherheit, während auch Öl im Zuge geopolitischer Sorgen anzog. Am Devisenmarkt zeigte sich der US-Dollar insgesamt eher schwächer, wovon viele G10-Währungen und auch Teile der EM-Währungen profitieren konnten.
Ausblick
Der Ausblick bleibt von robustem Wachstum geprägt, während geopolitische Risiken vor allem über den Ölpreis wirken. Geopolitisch bleibt die Strasse von Hormus der zentrale Flaschenhals, doch unser Basisszenario spricht gegen einen dauerhaften Versorgungsschock. Sollte die Strasse in der zweiten Märzwoche weiter faktisch geschlossen bleiben, sind temporäre Ölspitzen bis über 100 US-Dollar möglich, insgesamt dürfte der Effekt auf globales Wachstum und Inflation jedoch gedämpft bleiben. Die globale Konjunktur profitiert weiterhin von der starken Liquiditätsgenerierung durch die chinesische Zentralbank sowie durch das US-Schatzamt, denn diese Mittel fliessen über erhöhte Staatsausgaben direkt in die Realwirtschaft. Gleichzeitig steigt die Fed-Liquidität wieder an, was stabilisierend für die globalen Finanzmärkte wirkt. Dieses Liquiditätspolster ist mit ein Grund, warum die Risk-off-Reaktion zum Irankrieg bislang verhalten ausfiel. Mittelfristig ist für die Börsen entscheidend, dass sich die Inflationsdynamik bereits vor dem Iran-Konflikt wieder beschleunigt hat: In den USA ziehen die Erzeugerpreise als Vorlaufindikator an: die Kerninflation (PCE) liegt bei rund 3.0%, für Februar werden 0.4% im Monatsvergleich erwartet. Auch in Europa bleibt die Dienstleistungsinflation zäh bei über 3%. Ein zusätzlicher, kurzfristiger Fiskalimpuls kommt über Steuerrückerstattungen infolge des ‘One Big Beautiful Bill Act’ (rund 150 Mrd. US-Dollar) und wirkt tendenziell auch inflationär. Daraus folgt die Positionierung: Rohstoffe bleiben in diesem Umfeld unterstützt, bei der Duration sind wir neutral bis leicht kürzer positioniert. Solide Fundamentaldaten sprechen weiter für Unternehmensanleihen; steigende Renditen können durch fallende Credit Spreads kompensiert werden. Bei Aktien ist es noch zu früh für eine klare Risikoreduktion, aber das Aufwärtspotenzial bei US-Aktien bleibt begrenzt. Chancen sehen wir in günstiger bewerteten Märkten wie Europa und Asien. Der Yen-Carry-Trade bleibt das zentrale Stressbarometer (kritisch bei Yen-Aufwertung Richtung 145).