Aktuelle Publikumsfonds-Monatsberichte
Monatsbericht März 2026CIO Bericht - März 2026
Märkte
Die Finanzmärkte standen im März klar im Zeichen der Eskalation im Nahen Osten: Nachdem die Militärschläge gegen Iran bereits Ende Februar eingesetzt hatten, prägten im Berichtsmonat vor allem der starke Anstieg der Ölpreise, steigende Inflationserwartungen und die Sorge vor einem stagflationären Schock das Marktgeschehen. Die zunächst noch verbreitete Hoffnung auf einen kurzen und begrenzten Konflikt wich im Verlauf des Monats zunehmend der Einschätzung, dass sich die geopolitischen Spannungen länger hinziehen könnten. In den USA rückten damit neben soliden Konjunkturdaten vor allem geldpolitische Erwartungen in den Vordergrund; die zuvor noch eingepreisten Zinssenkungen wurden weitgehend aus den Markterwartungen herausgenommen. Auch in Europa kam es aufgrund der gestiegenen Energiepreise zu einer deutlichen Neubewertung des Zinsausblicks. Über die wichtigsten Anlageklassen hinweg dominierte entsprechend ein schwächeres Bild: Aktien gaben global nach, wobei sowohl die USA als auch Europa deutliche Verluste verzeichneten und insbesondere wachstums- und technologielastige Segmente unter Druck standen. An den Anleihemärkten kam es zu spürbaren Renditeanstiegen bei Staatsanleihen, was das Umfeld für zinssensitive Marktsegmente zusätzlich belastete und auch Unternehmensanleihen nicht unberührt liess. Rohstoffseitig stand vor allem der Ölmarkt im Fokus, wo die Preise angesichts der geopolitischen Risiken kräftig zulegten, während Edelmetalle im Monatsverlauf trotz ihres defensiven Charakters unter Druck gerieten. Am Devisenmarkt zeigte sich der US-Dollar insgesamt fester, gestützt durch höhere US-Renditen und seine Funktion als sicherer Hafen in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit.
Ausblick
Stark steigende Staatsausgaben insbesondere in den USA, aber auch in Europa und Japan führen zu starken Impulsen beim globalen Wirtschaftswachstum. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine zunehmende Umlenkung von Finanzmarktliquidität in die Realwirtschaft sowie grossen Investitionen in Grössenordnung von zwei Prozent des US-Bruttosozialprodukts der Mag7 in Datencenter und AI-Infrastruktur. Zudem erhöht auch China die Geldmengen, um die Konjunktur zu stärken. Insgesamt ergibt sich daraus auch Aufwärtsdruck auf die Rohstoffpreise, die Inflation und die Zinsen. Die globale Finanzmarktliquidität verliert deshalb weiter an Momentum und sinkt sogar absolut. Das führt zu Gegenwind und höherer Volatilität an den Aktien- und Staatsanleihenmärkten. Diese Entwicklung wird zusätzlich verstärkt durch die Unsicherheiten im Nahen Osten und steigende Energiepreise. Allerdings dürfte es sich hierbei nur um ein temporäres Störfeuer handeln, während der Liquiditätsrückgang struktureller Natur ist.
Die meisten marktrelevanten Einflussfaktoren (Umlagerung von Finanzmarktliquidität in die Realwirtschaft, Staatsverschuldung, Monetisierung der Staatsschulden über T-Bills, Inflationsdynamik und die geopolitische Lage) bewegen sich zwar in die falsche Richtung. Aber der Kipppunkt für das globale Finanzsystem ist noch nicht erreicht. Somit ist das «Big Picture» für die Märkte und die globale Konjunktur derzeit noch knapp im neutralen Bereich. Aber die Luft wird schnell dünner. Wir nähern uns der Gefahrenzone. Und das Hauptproblem ist, dass die negativen Haupttreiber in Form von Staatsverschuldung und Inflation wie erwähnt struktureller Natur sind und sich deshalb auch nach einem Ende des Irankrieges nicht verbessern werden. Das beginnen die Märkte langsam einzupreisen. Auffallend ist hier der Anstieg der Renditen für 2-jährige US-Treasury-Anleihen über die Fed Funds Renditen. Das nimmt eine Zinsanhebung durch die Fed vorweg und wirkt sich auch global auf das lange Ende der Zinskurve aus.