Globale Liquidität stützt die Finanzmärkte – Unternehmens- und Wandelanleihen als Profiteure


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Fisch Asset Management AG,

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Steigende Liquidität, moderates Wachstum und stabile Inflation: Auch wenn durch die Anhebung der US-Schuldengrenze Ungemach drohen könnte, ist das Investitionsumfeld aktuell positiv. Vor diesem Hintergrund bieten Unternehmens- und Wandelanleihen gute Aussichten.

Das globale konjunkturelle Umfeld ist aktuell ausgesprochen positiv – ein „Goldilocks-Szenario“, wie es Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management, beschreibt: moderates Wachstum, beherrschbare Inflation und eine steigende Liquidität. Allerdings warnt er: „Schon ab August könnte sich das deutlich ändern.“

Die globale Liquidität ist der Haupttreiber für die Konjunktur und riskantere Vermögenswerte. Derzeit ist die Lage positiv: „Nach einem Einbruch der globalen M2-Geldmenge im vierten Quartal 2024 – mit anschliessender Korrektur an den Aktienmärkten – geht es wieder stetig bergauf“, so Thoma. Entsprechend sind auch Aktien und andere risikoreichere Papiere wie Unternehmensanleihen im Aufwind.

Obwohl sich die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in einer Phase des Quantitative Tightenings befindet und dem Markt Liquidität entzieht, halten Geschäftsbanken gleichzeitig steigende Reserven bei der Fed, da die Geldschöpfung noch anhält – was zu einer wachsenden Geldmenge führt.

Nun besteht bei zunehmender globaler Liquidität das Risiko einer steigenden Inflation. Tatsächlich sind die Inflationserwartungen durch die von der US-Regierung unter Donald Trump eingeführten Zölle temporär gestiegen, haben sich aber wieder abgeschwächt. „Die Lage bleibt vorerst unter Kontrolle“, fasst Thoma zusammen. Das gilt auch vor dem Hintergrund einer sich in den USA und Europa abkühlenden Konjunktur – ohne, dass ein Abschwung in Sicht wäre –, die den Einfluss der steigenden Liquidität kompensiert.

Das aufziehende Risiko durch US-Staatsschulden
Diese aktuell positive Gemengelage könnte jedoch bald ins Wanken geraten. Denn voraussichtlich im August könnte die Schuldenobergrenze in den USA angehoben werden – und das um rund eine Billion US-Dollar. In der Folge könnte das US-Finanzministerium grosse Mengen an zusätzlichen Staatsanleihen emittieren. Dies würde einen deutlichen Rückgang der Liquidität nach sich ziehen, da das gebundene Kapital dem Markt nicht mehr zur Verfügung steht.

Ausserdem würden die Investoren angesichts der steigenden Staatsverschuldung bei US-Staatsanleihen höhere Prämien fordern. Immer neue Schulden müssten durch weitere Schulden finanziert werden – bei gleichzeitig steigenden Zinsen. „Das ist eine tickende Zeitbombe“, analysiert Thoma. Er betont aber auch, dass im Notfall die US-Notenbank eingreifen würde, um extreme Verwerfungen zu verhindern.

Anleger sollten vor diesem Hintergrund den US-Dollar-Kurs genau im Blick behalten. Verliert der Greenback insbesondere gegenüber dem japanischen Yen, aber auch gegenüber dem Euro an Wert, ist das ein klares Warnsignal.

Geopolitische Spannungen spielen aus Sicht von Thoma hingegen eine untergeordnete Rolle: „Dass politische Börsen kurze Beine haben, zeigte sich zuletzt wieder im Israel-Iran-Konflikt: Die Märkte schüttelten die Ereignisse binnen weniger Tage ab.“

Unternehmen solide aufgestellt wie lange nicht
Während die Staatsverschuldung und die Zinslast immer weiter steigen, zeigen sich die Unternehmen so solide aufgestellt wie schon lang nicht mehr: „Die Kreditqualität hat sich in den vergangenen Jahren signifikant verbessert“, sagt Oliver Reinhard, Head Developed Markets bei Fisch Asset Management. Dies gelte insbesondere für Papiere mit Investment-Grade-Rating. Laut Global Fund Manager Survey der Bank of America bewerten Investoren die Unternehmensbilanzen so gut wie seit 2016 nicht mehr. „Umsätze und Gewinne steigen, während sich das Schuldenwachstum und die Ausschüttungen an die Aktionäre verlangsamen. Daraus ergibt sich ein günstiges Umfeld für Kreditinvestoren.“

Die verbesserten Fundamentaldaten spiegeln sich auch in den Ratings wider – und zwar sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Bereich. Bei bonitätsstarken US-Dollar-Papieren ist der Anteil von Anleihen mit dem Rating BBB seit dem Höchststand im Jahr 2018 zurückgegangen, während der Anteil mit dem schwächsten Investment-Grade-Rating BBB- mit 8,6 Prozent ein Rekordtief erreicht hat.

Hohe Nachfrage, begrenztes Angebot
Neben den fundamentalen Daten stützen auch technische Faktoren die Anlageklasse. Die Nachfrage nach Unternehmensanleihen ist derzeit hoch, während das Emissionsvolumen begrenzt ist: „Das Angebot an Netto-Neuemissionen für US-Dollar-Investment-Grade-Anleihen – Neuemissionen abzüglich Rückzahlungen – dürfte dieses Jahr im Vergleich zu 2024 deutlich geringer werden“, erläutert Reinhard. Gleichzeitig steigen die Zinszahlungen, die Investoren aus Investment-Grade-Anleihen erhalten. „Für 2025 erwarten Investmentbanken Kuponzahlungen von 461 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 38 Milliarden US-Dollar pro Monat. Das entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Niveau von 2024 und einem Plus von 32 Prozent im Vergleich zu 2023.“

In der Vergangenheit waren die Renditen von Unternehmensanleihen ein starker Indikator für die in den Folgejahren erzielten Gesamterträge. Reinhard: „Aktuell bieten zum Beispiel US-Dollar-Investment-Grade-Bonds eine Rendite von 5,1 Prozent – und damit attraktive Aussichten.“ Auf Sektorebene hat der Investmentexperte insbesondere Finanz- und Telekommunikationswerte sowie das Gesundheitswesen im Fokus.

Wandelanleihen vor dem Comeback
Eine weitere Anlageklasse, die in den kommenden Monaten wieder stärker in den Fokus der Investoren rücken könnte, sind Wandelanleihen. Diese bieten Investoren die Möglichkeit, sich in Wachstumsbranchen zu engagieren und gleichzeitig die damit einhergehende Volatilität zu begrenzen. Ute Heyward, Senior Portfoliomanagerin bei Fisch Asset Management, erläutert: „Unternehmen, die Wandelanleihen ausgeben, zeichnen sich oft durch ein starkes Gewinnwachstum aus. So erwarten die Emittenten von Wandelanleihen im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von 18,6 Prozent über die nächsten Jahre – fast 70 Prozent mehr als der breite Aktienmarkt.“

Angesichts des gestiegenen Zinsniveaus greifen viele Unternehmen verstärkt zu Wandelanleihen, da diese eine günstigere Finanzierungsoption darstellen. „Der Kupon von Wandelanleihen fällt im Vergleich zu klassischen Anleihen niedriger aus“, erläutert Heyward. „Investoren verzichten auf einen Teil des Kupons, können dafür jedoch an der Aktienbewegung teilhaben.“

Wandelanleihen weisen ein asymmetrisches Profil auf. Das heisst: „Bei steigenden Aktienmärkten nehmen sie ein aktienähnliches Profil an, während sie bei fallenden Märkten einen gewissen Dämpfer bieten“, erklärt Heyward. Somit können Investoren mit Wandelanleihen vom Marktwachstum zu profitieren, ohne das gesamte Aktienmarktrisiko einzugehen.

Immer grössere Auswahl für Investoren
Ein weiterer positiver Aspekt ist die steigende Emissionstätigkeit und Vielfalt der Wandelanleihe-Emittenten. Die Papiere werden zunehmend von Unternehmen sämtlicher Grössen und Branchen ausgegeben. Das bietet Investoren die Möglichkeit, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen.

Abschliessend stellen auch die Bewertungen ein Argument für Wandelanleihen dar: Sie bieten das Gewinnwachstum zu einem wesentlich günstigeren Preis und haben einen Abschlag von mehr als 20% beim Kurs/Gewinn-Verhältnis relativ zum erwarteten Gewinnwachstum (PEG) im Vergleich zum breiten Aktienmarkt. „Dadurch können Investoren Wachstum zu einem günstigeren Preis einkaufen“, erläutert die Wandelanleiheexpertin. „In der Vergangenheit haben sich Wandelanleihen bei einem solchen Bewertungsvorteil in der Folge häufig stärker entwickelt als die Aktienmärkte – eine Entwicklung, die wir auch in diesem Jahr sehen könnten.“

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